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Wie leben Bio-Hennen wirklich?

Wer kennt es nicht, das Wunsch- und Werbebild, dass Bio-Eier von kleinen Bauernhöfen mit ein paar „glücklichen Hühnern“ stammen? Tierrechts-Aktivist*innen zeigen beim Rundgang durch eine Bio-Eierfabrik, dass diese Vorstellung mit der Realität nicht viel zu tun hat.

[Die Frontal21-Doku „Achtung, Essen!“ begleitete unter anderem die Tierrechts-Aktivist*innen bei ihrer Recherche, die ganze Doku ab jetzt in der ZDF-Mediathek: kurz.zdf.de/NA9I0/%5D

Tausende Hennen dicht an dicht in einem Stallabteil, darauf gezüchtet, fast jeden Tag ein Ei zu legen, bis sie nach höchstens anderthalb Jahren als unproduktiv im Schlachthof enden, sofern ihr ausgelaugter Körper nicht schon vorher aufgegeben hat. So sieht das Leben sogenannter „Legehennen“ nicht nur in konventionellen Anlagen aus.

Denn die Vorgaben des staatlichen Bio-Siegels (EU-Öko-Verordnung) sowie der Bio-Anbauverbände (Bioland, Naturland, demeter u. a.) unterscheiden sich kaum von den Bestimmungen für konventionelle Betriebe. Entsprechend gering ist in der Praxis auch der Unterschied für die Tiere:
⦁ Theoretisch haben Bio-Hennen zwar Anspruch auf Auslauf, wann immer die Witterungsbedingungen es erlauben. Tatsächlich aber fehlen im Außenbereich sehr oft jegliche Unterschlupfmöglichkeiten, weshalb die Hühner aus Angst vor Fressfeinden nur einen schmalen Bereich um das Stallgebäude herum nutzen oder gar nicht erst ins Freie gehen. Häufig sind Außenklappen zudem defekt oder aus anderen Gründen nicht geöffnet. Am Wochenende bleiben die Hennen mitunter komplett eingesperrt.
⦁ In Bio-Betrieben teilen sich sechs Hennen einen Quadratmeter im Stall. Das sind weniger als in der Boden- und Freilandhaltung (neun Hennen), dennoch leben die Tiere auch bei „Bio“ dicht an dicht. Sie können weder ausreichend ruhen noch ihr Gefieder putzen oder aggressiven Artgenossinnen ausweichen.
⦁ Die Herdengröße ist in Bio-Anlagen auf 3.000 Hennen pro Stallabteil begrenzt, im konventionellen Bereich sind es 6.000 Hennen. Für die Tiere macht das keinen Unterschied, denn Hühner können nur etwa 100 Individuen voneinander unterscheiden, was die Voraussetzung für eine funktionierende Sozialstruktur („Hackordnung“) ist. Das lebenslange Zusammenleben mit tausenden Artgenossinnen bedeutet für die Hennen sozialen Dauerstress, in dessen Folge die Tiere häufig aggressiv werden und sich gegenseitig kahl picken oder verletzen.

Ganz unabhängig von den Haltungsbedingungen gilt außerdem im Bio-Bereich ebenso wie in der konventionellen Eierindustrie:
⦁ Die eingesetzten Hennen sind darauf gezüchtet, annähernd täglich ein Ei zu legen. Diese Qualzucht führt in vielen Fällen zu schmerzenden, oft eitrig entzündeten Kloaken.
⦁ Viele Tiere überleben nicht einmal die einjährige Legeperiode. Gerade im Bio-Bereich ist die Sterberate vor der Schlachtung mit bis zu 18 Prozent sehr hoch (u. a. weil hier weniger Medikamente eingesetzt werden dürfen).
⦁ Alle anderen Hennen werden getötet, sobald die „Legeleistung“ nachlässt und sie damit unrentabel werden.
⦁ Auch in der Bio-Eierindustrie werden die männlichen Küken größtenteils direkt nach dem Schlüpfen getötet, da sie ökonomisch wertlos sind.

Eierkonsum ist daher nie eine gute Idee, auch nicht mit Bio-Siegel. Wer es mit dem Wohl der Tiere ernst meint, lässt sie einfach leben und ernährt sich eifrei und vegan.

Mehr Infos:
bio-wahrheit.de

Das Video in hoher Auflösung und die Untertiteldatei zum Download:
www.ariwa.org/ganz-normales-leid-fuer-bio-eier

#Eier #Biowahrheit #ARIWA

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